Fünf gemeinsame Anträge aus der Klausur – erstes inhaltliches Statement der neuen Wahlperiode
Hammersbach, 18. August 2026
CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hammersbach haben in einer gemeinsamen Klausur die Schwerpunkte für ihre weitere Arbeit in der neuen Wahlperiode beraten. Mit fünf neuen Anträgen bringen beide Fraktionen nun erste konkrete Ergebnisse dieser Beratungen in die Gemeindevertretung ein und legen zugleich ihr erstes größeres gemeinsames inhaltliches Statement nach der Kommunalwahl vor.
Beide Fraktionen sind froh, dass die Wählerinnen und Wähler erneut eine enge Zusammenarbeit von CDU und GRÜNEN ermöglicht haben. Auf dem Vertrauen und der Zusammenarbeit der vergangenen Wahlperiode wollen beide Fraktionen aufbauen, die begonnene Arbeit fortführen und zugleich neue Schwerpunkte für die kommenden Jahre setzen.
„Wir haben erneut die Möglichkeit bekommen, eng zusammenzuarbeiten und Verantwortung für Hammersbach zu übernehmen. Das ist für uns keine Selbstverständlichkeit, sondern ein klarer Auftrag“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Sandra Gerbert und Alexander Kovacsek. „Unser Anspruch ist, uns mit den Kernfragen zu beschäftigen, die die Menschen in Hammersbach vor Ort tatsächlich betreffen, und daraus konkrete politische Initiativen zu entwickeln.“
Die finanziellen Rahmenbedingungen der Gemeinde bleiben dabei anspruchsvoll. Für CDU und GRÜNE bedeutet dies, Prioritäten zu setzen, Vorhaben solide vorzubereiten und bei der Umsetzung Fördermöglichkeiten, Eigenleistungen und einen verantwortungsvollen Mitteleinsatz konsequent mitzudenken. Die schwierige Haushaltslage dürfe aber nicht dazu führen, den inhaltlichen Gestaltungsanspruch an die Entwicklung der Gemeinde zurückzunehmen.
Dass der Haushalt 2026 bereits wenige Wochen nach der Kommunalwahl verabschiedet werden konnte, sei deshalb ein wichtiges Signal. Es zeige, dass die neue Gemeindevertretung handlungsfähig gestartet sei und die notwendigen Entscheidungen für Hammersbach getroffen werden könnten.
Die neue Wahlperiode beginnt für CDU und GRÜNE zugleich nicht bei null. Mehrere Vorhaben aus den vergangenen Jahren sollen nun weitergeführt und in die Umsetzung gebracht werden. Dazu gehören insbesondere der Bestattungswald, die Etablierung des Naturwalds, das Baugebiet an der Ortsmitte, die Bespielbare Kommune sowie JUMIX 2.0 mit einem eigenen Treffpunkt für Jugendliche in Hammersbach.
„Zu politischer Verlässlichkeit gehört für uns auch, dass Projekte nicht mit dem Ende einer Wahlperiode aus dem Blick geraten“, betonen Gerbert und Kovacsek. „Wir wollen das, was vorbereitet und politisch auf den Weg gebracht worden ist, jetzt Schritt für Schritt in die Umsetzung führen.“
Gleichzeitig war der Blick in der gemeinsamen Klausur bewusst nach vorne gerichtet. Mit den nun eingebrachten fünf Anträgen greifen CDU und GRÜNE unterschiedliche Bereiche der örtlichen Entwicklung auf. Viele der darin enthaltenen Fragen sollen zunächst geprüft werden. Das sei jedoch kein Selbstzweck. Vielmehr gehe es darum, vor konkreten Investitions- oder Planungsentscheidungen herauszufinden, welche Lösung für Hammersbach tatsächlich sinnvoll, umsetzbar und finanziell tragfähig sei.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Freizeitgelände an der Dammbrücke. Das Gelände hat sich in den vergangenen Jahren zu einem stark genutzten Sport-, Bewegungs- und Aufenthaltsort entwickelt. Kinder, Jugendliche, Familien und Sporttreibende verbringen dort teilweise längere Zeit. CDU und GRÜNE wollen deshalb prüfen lassen, welche Infrastruktur angesichts dieser tatsächlichen Nutzung heute besonders sinnvoll ist.
Im Mittelpunkt stehen ein öffentlich zugänglicher Trinkwasserbrunnen, eine einfache und robuste Sanitärlösung sowie zusätzliche Möglichkeiten für Schatten und Hitzeschutz. Ziel sei es, die Aufenthaltsqualität weiter zu erhöhen und insbesondere an heißen Sommertagen auch längere Aufenthalte angenehmer zu gestalten.
Dabei soll auch die bislang geplante Freilichtbühne noch einmal in die Gesamtbetrachtung einbezogen werden. CDU und GRÜNE lehnen eine Freilichtbühne nicht grundsätzlich ab. Beide Fraktionen halten angesichts der Entwicklung des Geländes aber die Frage für berechtigt, ob sie heute tatsächlich noch die richtige nächste Maßnahme ist oder ob sich durch die inzwischen intensive Nutzung andere Maßnahmen als vordringlicher und sinnvoller erwiesen haben.
Bis zu einer erneuten Beratung und Entscheidung der Gemeindevertretung sollen deshalb keine Aufträge für die geplante Freilichtbühne vergeben und keine sonstigen Maßnahmen eingeleitet werden, die ihre Umsetzung vorwegnehmen oder tatsächliche beziehungsweise finanzielle Bindungen für die Gemeinde schaffen.
„Die Dammbrücke hat sich weiterentwickelt und wird heute wesentlich intensiver genutzt“, erklären Gerbert und Kovacsek. „Deshalb müssen wir auch bereit sein, frühere Überlegungen an der heutigen Realität zu überprüfen. Wir lehnen eine Freilichtbühne nicht grundsätzlich ab. Aber solange wir darüber beraten, welche Maßnahme heute die höchste Priorität hat, dürfen keine Tatsachen geschaffen werden. Entscheidend ist, was das Gelände jetzt tatsächlich braucht.“
Auch die kommunalen Spielplätze sollen stärker in den Blick genommen werden. Konkret geht es um die Spielplätze in der Borngasse, am Wechmarer Ring, am Ortsmittelpunkt und in der Römerstraße. Dabei sollen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten sowie die Aufenthaltsqualität für Kinder und Familien gemeinsam betrachtet werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einer besseren Verschattung. Geeignete Bäume und Begrünung sollen langfristig natürlichen Schatten schaffen. Wo kurzfristig zusätzlicher Schutz notwendig ist, sollen auch einfache bauliche Verschattungslösungen in Betracht gezogen werden. Bei geeigneter Baumart soll zudem geprüft werden, ob künftige Pflanzungen des „Baums des Jahres“ auf kommunalen Spielplätzen erfolgen können. Der Jugendbeirat soll bei der Beratung der Vorschläge einbezogen werden.
CDU und GRÜNE wollen dabei ausdrücklich keine vollständige Neuplanung sämtlicher Spielplätze auslösen. Ziel sei vielmehr eine schrittweise qualitative Weiterentwicklung mit konkreten, priorisierten und finanzierbaren Maßnahmen, bei denen gegebenenfalls auch der Bauhof einen Beitrag leisten könne.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Wohnraumentwicklung. CDU und GRÜNE wollen dabei stärker auf die Möglichkeiten innerhalb der bestehenden Ortslagen schauen. Geprüft werden soll unter anderem, ob ältere Bebauungspläne oder kommunale Regelungen heute an einzelnen Stellen nicht mehr zu den Anforderungen des Bauens im Bestand passen.
Dabei sollen insbesondere Erfahrungen mit Befreiungen und Abweichungen, die aktuellen gesetzlichen Möglichkeiten für Dachgeschossausbau, Aufstockung, Wohnungsteilung und Umnutzung sowie die Hammersbacher Stellplatzsatzung betrachtet werden. Auch Hofreiten und ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude können aus Sicht beider Fraktionen Wohnraumpotenziale bieten.
Die Prüfung der Stellplatzsatzung soll ausdrücklich ergebnisoffen erfolgen. Es gehe nicht darum, Anforderungen pauschal abzuschaffen, sondern zu klären, ob die bestehenden Regelungen auch bei typischen Vorhaben im Bestand weiterhin angemessen seien oder an einzelnen Stellen sinnvoll weiterentwickelt werden könnten.
„Zur Schaffung von Wohnraum gehört für uns nicht nur die Frage nach neuen Baugebieten“, erklärt Alexander Kovacsek. „Wir sollten genauso genau hinschauen, was innerhalb unserer bestehenden Ortslagen möglich ist. Wenn Gebäude besser genutzt werden können oder einzelne Regelungen nicht mehr vollständig zu den heutigen Anforderungen passen, sollten wir uns damit beschäftigen.“
Ganz konkret wird dieser Ansatz bei der gemeindeeigenen Fläche mit der bestehenden Busgarage und dem Nebengebäude. Dort soll geprüft werden, ob Tiny Houses oder vergleichbare kleine Wohnformen eine sinnvolle Perspektive darstellen könnten.
Eine Festlegung auf eine bestimmte Bauform ist damit ausdrücklich nicht verbunden. Vielmehr soll zunächst untersucht werden, welche Größenordnung an kleineren Wohneinheiten auf der Fläche vorstellbar wäre, welche planungsrechtlichen Voraussetzungen bestehen, welche Rückbaukosten ungefähr zu erwarten wären und welche Formen der Umsetzung in Betracht kommen könnten. Denkbar wären beispielsweise kleine Grundstücke, eine Vergabe im Erbbaurecht oder eine Umsetzung durch private Bauherren oder Vorhabenträger.
„Wir haben dort eine bereits baulich geprägte Gemeindefläche“, erklärt Sandra Gerbert. „Deshalb ist es sinnvoll, zunächst zu prüfen, welches Wohnraumpotenzial sie bietet und welche Form der Entwicklung sich städtebaulich gut in Hammersbach einfügen könnte.“
Auch bei den erneuerbaren Energien wollen CDU und GRÜNE einen neuen Schwerpunkt setzen. Mit einem weiteren Antrag soll zunächst ein Überblick darüber geschaffen werden, wo in Hammersbach sinnvolle Möglichkeiten für Freiflächen-Photovoltaik bestehen und welche Formen der Umsetzung für die Gemeinde geeignet sein könnten.
Betrachtet werden sollen unter anderem gemeindeeigene Flächen, insbesondere auch der ehemalige Sportplatz im Bereich Wingert, an die A45 angrenzende Flächen sowie andere bereits durch Verkehr oder Infrastruktur geprägte Bereiche. Auch private Flächen und Möglichkeiten der Agri-Photovoltaik sollen in die Prüfung einbezogen werden.
Von besonderer Bedeutung ist beiden Fraktionen die frühzeitige Einbindung der örtlichen Landwirtschaft. Landwirtschaftliche Flächen seien die Grundlage der örtlichen Betriebe und prägten zugleich Landschaft und Gemeinde. Deshalb sollen mögliche Standorte nicht über die Landwirtschaft hinweg entwickelt werden. Gleichzeitig sollen auch private Eigentümer die Möglichkeit erhalten, eigene Flächen und Interessen einzubringen.
„Für Freiflächen-Photovoltaik gibt es sehr unterschiedliche Standorte, Modelle und Formen der Umsetzung“, erklären Gerbert und Kovacsek. „Genau deshalb wollen wir uns zunächst einen Überblick verschaffen: Wo bestehen in Hammersbach sinnvolle Möglichkeiten, welche Interessen müssen berücksichtigt werden und welche Lösung passt am Ende am besten zu unserer Gemeinde? Das herauszufinden ist gerade das Ziel unseres Antrags.“
Neben den Sachthemen haben CDU und GRÜNE in ihrer Klausur auch darüber gesprochen, wie das politische Miteinander in der Gemeindevertretung in der neuen Wahlperiode weiter verbessert werden kann. Beide Fraktionen wollen ihre gemeinsame Mehrheit nutzen, um Verantwortung zu übernehmen, eigene Vorschläge einzubringen und politische Initiative zu zeigen. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit ausdrücklich offen für gute Vorschläge und breite Mehrheiten bleiben.
„Wir haben bereits bei den Haushaltsberatungen deutlich gemacht: Unsere Zusammenarbeit ist für Hammersbach und nicht gegen eine andere politische Kraft geschlossen worden“, betonen Gerbert und Kovacsek. „Eine eigene Mehrheit bedeutet für uns nicht, dass Vorschläge danach beurteilt werden, von wem sie kommen. Entscheidend muss sein, was unsere Gemeinde weiterbringt.“
Auch bei den nun eingebrachten Anträgen wollen CDU und GRÜNE diese Haltung praktisch umsetzen. Die anderen Fraktionen sollen die Anträge frühzeitig erhalten und damit Gelegenheit haben, Fragen oder Anregungen bereits vor der Sitzung der Gemeindevertretung einzubringen. Gute Hinweise könnten selbstverständlich aufgenommen werden. Eine breite Zustimmung zu einem Antrag sei auch dann möglich, wenn eine Idee ursprünglich von CDU und GRÜNEN entwickelt worden sei.
Eine weitere Veränderung betrifft die Begleitung beschlossener Anträge. Bei den neuen Initiativen ist jeweils vorgesehen, dass in den zuständigen Ausschüssen regelmäßig kurz über den aktuellen Bearbeitungsstand berichtet wird. Damit wollen CDU und GRÜNE vermeiden, dass politische Aufträge nach einer Beschlussfassung für Monate aus dem Blick geraten. Die Ausschüsse sollen nachvollziehen können, was bereits erfolgt ist, wo Schwierigkeiten bestehen und welche nächsten Schritte vorgesehen sind.
Damit verbinden CDU und GRÜNE Kontinuität und neue Schwerpunkte: Begonnene Projekte sollen verlässlich in die Umsetzung gebracht, neue Herausforderungen aufgegriffen und die zentralen Fragen der örtlichen Entwicklung aktiv gestaltet werden.
„Wir haben einen klaren inhaltlichen Anspruch an diese Wahlperiode“, erklären Sandra Gerbert und Alexander Kovacsek abschließend. „Wir wollen die Themen angehen, die für Hammersbach wichtig sind, konkrete Vorschläge auf den Tisch legen und dafür sorgen, dass aus guten Ideen Entscheidungen und schließlich sichtbare Entwicklungen werden.“

